Da heute doch mal alle Kinder zu Hause gewesen sind, konnte ich nebenher mit den größeren Kindern mal durch ihre Zimmer gehen und zwar ohne die Gespräche zwischen Tür und Angel zu führen. Ich mag das auch nicht so, wenn man im Gespräch schon immer halb weg ist, weil sich gerade vielleicht Krawall-Lotte und Randalieschen um etwas streiten oder neuerdings Randalieschen der Kleinen zeigt, wie man über die Couch klettert. Da krieg ich leichte bis mittelschwere Panik und lasse die beiden ungern unter sich.
Heute haben sich dann der große und Puberteenie-Girl beim Aufpassen abgewechselt. Das hieß also, ich konnte in aller Ruhe in der oberen Etage jeweils mit den Kindern entscheiden und überlegen, welche Möbel wohl den nächsten Umzug überstehen werden. Es ist uns allen dabei aufgefallen, dass wir damals bei unserem Einzug kein einziges altes Möbelstück mitgenommen haben, welches eben nicht nur aus Presspappe beziehungsweise Sperrholz besteht. Ich hatte mal so eine schöne antike Anrichte. Ja gut, sie war alt, wirklich alt, aber sie war aus echtem Holz, sehr massiv, unverwüstlich und hatte einfach richtig viel Platz innen. Ja, heute wurde ich wehmütig, so viele Jahre nachdem ich sie abgegeben hatte, in dem Glauben, dass es das beste wäre um unsere Umzugskosten geringer zu halten und weil wir ja nichts mitnehmen wollten, was uns nicht gefällt in das quasi “neue Leben”.
Fünfeinhalb Jahre später bereue ich das. Das Einzige, was hier aus echtem Holz ist, das ist unser Esstisch und der Rahmen der dazu gehörigen Stühle. Alles andere… nicht alles neu, aber auch kein Echtholz oder besonders robust, beständig oder gar großfamilien-tauglich, wie beispielsweise die Möbelstücke von naturmoebel-manufaktur.de, die mir sehr gefallen. Vor allem das Regalsystem hat es mir angetan. Wir haben total gemischte Möbel – zumindest der Stil ist nicht in jedem Zimmer direkt zu erkennen oder eben nicht vorhanden. Das wollen und können wir uns auch nicht leisten und es ist im Prinzip auch erst einmal zweitrangig. Dennoch ist bei jedem Umzug auch Schwund dabei und je eher man erkennt, welches Möbelstück danach nicht mehr zu gebrauchen wäre, umso eher kann man sich schon einmal nach günstigen Alternativen umsehen. Das schon im Endeffekt ja trotzdem den Sparstrumpf, auch wenn der Umzug selbst natürlich unsere Kassen leerräumen wird und auch gebrauchte Möbel nicht unbedingt umsonst sind.
Aber – man kann Glück haben. Es gibt ja Menschen, die leisten sich gerne etwas, müssen auch nicht so auf das Budget achten und habe es sich sicher meistens auch redlich verdient mit viel, viel Arbeit. In den Kleinanzeigen der Zeitung stand heute zum Beispiel, dass jemand eine Eckbankgruppe aus Holz verschenken möchte. Natürlich haben wir einen großen Esstisch, aber in der Küche steht noch immer ein Glastisch, den ich nicht mehr will – zu gefährlich, zu rund, zu unpassend. Und wenn ich dann darüber nachdenke, dass wir vor unserem Umzug immer eine Eckbankgruppe in unseren Küchen hatten (ja wir zogen schon oft um) dann hatte ich heute ganz plötzlich das Bedürfnis genau so eine auch wieder in der Küche zu wissen. Ein Tisch und ein paar Stühle mehr für den Umzugswagen, aber dafür fallen bei den zwei großen Kindern schon ein Schrank und ein großer Schreibtisch weg, die es mit Sicherheit nicht überleben. Die habe ich nämlich bereits einige Male “geflickt” und es sieht verdammt schlecht aus für ein weiteres Leben dieser zwei größeren Möbelstücke.
Generell werden wir uns sicher erst einmal mit Alternativen behelfen, wie immer eben. Es gibt da noch einen Campingschrank und eine Arbeitsplatte, die nur Tischbeine bräuchte um ein Schreibtisch zu ersetzen. Dennoch wäre es mir lieb, wenn wir dann in den nächsten Jahren unsere komischen Möbel, die so dazwischen sind, in fast jedem Raum durch gute Stücke ersetzen. Entweder es liegt am Alter, an den Hormonen oder auch an meiner komischen Stimmung derzeit, aber mir ist einfach sehr nach viel, ganz ganz viel Beständigkeit …


